Risk Management

Einführung Risk Management

Metzeler Automotive Profile Systems Europe
GmbH, Lindau

Durchführung in 2005 und 2006

Die Firma MAPS ist Marktführer im Bereich der Automobilkarosserie-Dichtungen in Europa und China sowie führender Anbieter in den USA. MAPS ist Bestandteil der Metzler Automotive Profile Systems Europe. MAPS stellt Dichtungen für die Automobilindustrie an Scheiben, Türen, Karosserie und Motorraum aus EPDM und TPE her. Mit weltweit ca. 10.000 Mitarbeitern, wobei am Standort Lindau ca. 1.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, erreicht die Metzler-Gruppe einen weltweiten Umsatz von
ca. $ 900 Mio.

Das Thema Risikomanagement hat durch die Notwendigkeit von Rückrufaktionen der Automobilhersteller im gesamten Zulieferbereich eine deutlich gestiegene, quasi existentielle Bedeutung erlangt. Im Vordergrund steht die Vermeidung von Fehlern und damit von Risiko.

MAPS hat die Notwendigkeit der Optimierung des Risikomanagements bereits früh erkannt, allerdings festellen müssen, dass mit einer zunehmenden Komplexität der Prozesse, die vorhandenen Systeme schnell an Grenzen stoßen.

Gemeinsam mit der QMC ging es darum, das Risikomanagement komplexer Wirkungsketten zu optimieren.

Der Ansatz der QMC basiert auf einem umfassenden Risikomanagement, dem XRM© (eXtended Risk Management):

  • Einbeziehung nicht technischer Parameter in die Bewertung
  • Identifikation und Bewertung von Gefahren und Probleme im Vorfeld der Entwicklung
    Integration in die Tagesarbeit
  • Senkung der Möglichkeiten von teuren Fehlentscheidungen
  • Nutzung von Datenbanken, Bewertungshilfsmitteln
    und maßgeschneiderter Software
  • Langfristige Verankerung im Unternehmen durch Kulturwandel

Daraus ergibt sich folgender Zeit-/Risiko-Zusammenhang:

Es gilt unterschiedliche Arten von Risiken auch in sehr komplexen Wirkungsketten zu erkennen, hinsichtlich ihrer kurz- und langfristigen Auswirkungen zu bewerten und wirkungsvoll zu minimieren. Des Weiteren ist es notwendig, die unternehmensübergreifende Minimierung aller Risiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom ersten Zulieferer bis zur Entsorgung sicherzustellen.

Die Risikoanalyse im XRM© beschränkt sich nicht nur auf rein technische Parameter, sondern erfasst alle möglichen Risiken (personelle, marktbezogene, finanzielle, juristische, logistische, umweltbezogene, …). So lassen sich neben rein technischen Aspekten auch weiterführende Anforderungen entsprechend integrieren.

Anders als beim klassischen Risk-Management versucht XRM© nicht die notwenigen Informationen in aufwändigen „FMEA-Sitzungen“ zu erheben. Vielmehr ist das Verfahren vollständig in den Tagesablauf der verantwortlichen planerischen Abteilungen integriert. Diese effiziente Gestaltung der Analyseprozesse führt dazu, dass sich ein XRM©-Projekt bereits nach kurzer Zeit amortisiert.

Die in dem XRM© -System erfassten Informationen werden bei jedem neuen Projekt automatisch übernommen und kontinuierlich ergänzt. So entsteht der Kern eines intensiv genutzten Wissensmanagement-Systems, in dem die „lessons learned“ unübersehbar sind. Die Gefahr von unangenehmen und teuren Wiederholungsfehlern wird so drastisch reduziert.

„Das System ist so einfach wie wirkungsvoll.“, erläutert Dr. Dirk Wilmes, XRM©-Projektleiter bei der QMC Unternehmensberatung. Die Herausforderung liegt unter anderem in der Erfassung komplexer Funktionen und Risiken, die in diesem Umfang und in der geforderten Gründlichkeit noch nicht erkannt oder benannt wurden. „Versuchen Sie sich doch nur einmal die zwölf Grundfunktionen Ihres Kernprodukts vollständig, widerspruchsfrei und von allen Abteilungen akzeptiert benennen zu lassen. Das kann sehr ernüchternd sein.“, so Wilmes weiter.

Die erfolgreiche Einführung eines ersten XRM©-Systems zu erreichen bei einem führenden Automobilzulieferer ist richtungweisend und sorgte bei marktführenden Systemlieferanten der Automobilindustrie für Begeisterung sowohl intern als auch von Seiten führender Automobilhersteller. Entsprechend hoch ist jetzt die Erwartungshaltung gegenüber anderen Zulieferern. Es wird mit einer schnellen Verbreitung und Weiterentwicklung vergleichbarer XRM©-Systeme im Automotive-Sektor gerechnet.

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